
Ende
der 80er Jahre gründeten Der Schreckliche Sven &
Cosmic DJ ein "engisch-deutsches HipHop-Projekt (TBC-Attack) für
langhaarige Zivis", das (wenn auch nicht sehr erfolgreich) immerhin der
Anfang war. DJ Koze ist derweil in zwei anderen HipHop-Bands tätig. Alle drei
ziehen
zufällig nach Hamburg, wo Koze & Sven im Juli '93 FISCHMOB starten.
Fischmob und "TBC-Attack" laufen zunächst noch einige Monate
parallel, nach mehreren Konzerten fusioniert man endgültig zum Quartett
"Fischmob" und begräbt "TBC-Attack".
1994
wird dann die Maxi "Ey, Aller" veröffentlicht, die im
Underground mächtig einschlägt. Während die meisten MC's zu dieser Zeit mit
sich und ihrer heilen HipHop-Welt beschäftigt sind, erzählt
"Fischmob" Geschichten und ignoriert ganz einfach die bestehenden
Regeln des Genres.
Mit dem Titelstück der Maxi kultivieren sie einen extrem amüsanten Sauf-und-Proll-Humor, der trotzdem nicht dumpf und platt wirkt, während sich die beiden anderen Songs auf "Ey, Aller" politisch ambitionierter geben. Im Mai '95 folgt endlich der erste Longplayer "Männer können seine Gefühle nicht zeigen". Die vorab geweckten Hoffnungen werden in keiner Weise enttäuscht, das Prinzip Fischmob funktioniert auch auf Albumlänge hervorragend.
Die clevere Kombination aus Party und Politik wird beibehalten, musikalisch
experimentiert man, über die HipHop-Basis hinausgehend, mit Rock und TripHop.
Wer Musik der Neunziger will, kommt an "Fischmob" kaum noch vorbei.
Drei Jahre sind vergangen seitdem ihr Debüt-Album "Männer..." auf
den Markt kam, nun erweitern sie ihren Kosmos auf "Power" um einige
Sounduniversen und schweben mittlerweile über sämtlichen
Kategorisierungsversuchen
der Außenwelt. Ob HipHop, Alternative-Rock, Acid House oder TripHop, keine
andere deutsche Band beweist derzeit in so vielen verschiedenen Stilrichtungen
vollkommene Souveränität wie der Mob.
